Samstag, 8. November 2025
Akercocke - Words That Go Unspoken, Deeds That Go Undone
Neben "Mezmerize" / "Hypnotize" gab es 2005 ein weiteres Album, das mich völlig unvorbereitet aus meiner Lederjacke geprügelt hat. Akercocke, die elegantesten Anzugträger des Extreme Metal, haben mit ihrem vierten Album "Words That Go Unspoken, Deeds That Go Undone" ein Werk geschaffen, das einem sakralen Ritualtanz zwischen Inferno und Himmel gleicht. Das Album ließ 2005 die Grenzen zwischen Black, Death und Progressive Metal schmelzen und offenbarte ein bis dahin unbekanntes Klangspektrum, das inmitten all der aberwitzigen Brutalität einen manischen Dämmerzustand heraufbeschwört. Die Band verzahnt rücksichtslos donnernde Blastbeats, diabolisches Growling und eine dichte, unheilige Atmosphäre und schafft zugleich ungewöhnlich viel Freiraum, wo eigentlich keiner sein sollte, für meisterhaft eingebaute melodische Passagen. Akercocke scheuen sich nicht, dissonante Riffs und atmosphärische Keyboardlinien, akustische Gitarreninterludien mit rasenden Black Metal-Ausbrüchen sowie hypnotische Rhythmen mit träumerischer Atmosphäre – fast in Richtung Post-Metal schielend – miteinander zu verweben. Die Produktion ist klar und kraftvoll, was der musikalischen Komplexität enorm zugutekommt; dadurch wird deutlich, wie sehr Akercocke ihr Handwerk verstehen: Trotz aller Brutalität verlieren sie nie die Finesse, ihre Songs organisch und mit erzählerischem Fluss aufzubauen.
Auch wenn ich mittlerweile den bereits grandiosen Vorgänger vorziehe, ist und bleibt "Words That Go Unspoken, Deeds That Go Undone" ihr Höhepunkt. Ein denkwürdiges, gleichermaßen komplexes wie zugängliches Meisterwerk im Extreme Metal.
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